Thema : Die Operante Konditionierung

3 Positive Verstärkung

3.1 Arten von Verstärkern

Wir unterscheiden drei Klassen von Verstärkern :

Primäre Verstärker : Sie sind an die physiologischen Bedürfnisse gebunden ( Hunger, Durst ) und sind ohne vorhergehenden Lernprozeß wirksam.

Sekundäre Verstärker : Hierbei handelt es sich um zuvor neutrale Reize, die durch eine häufige Koppelung an primäre Verstärker selbst zu einer gehäuften Auftretenswahrscheinlichkeit führen.

Generalisierte Verstärker : Sie sind unter dem Aspekt der individuellen Lerngeschichte zu betrachten und beziehen ihre Wirksamkeit aus der Verknüpfung mit mehreren primären und sekundären Verstärkern ( Status,Prestige,Macht ).

3.2 Verstärkungspläne

Grundsätzlich sind zwei Arten von Verstärkungsplänen zu unterscheiden : Wird grundsätzlich jedes infragestehende Verhalten verstärkt, handelt es sich um eine kontinuierliche Verstärkung. Die kontinuierliche Verstärkung führt zu einem raschen Aufbau der Verhaltenshäufigkeit. Wird hingegen nicht jedes infragestehende Verhalten verstärkt, sprechen wir von einer intermittierenden Verstärkung. Die intermittierende Verstärkung führt zu einer höheren Lö-schungsresistenz als die kontinuierliche Verstärkung und kann nach verschiedenen Plänen durch-geführt werden :

Intervallplan fixiert Verstärkung nach gleichbleibenden Zeitabständen

(Zeitgebunden) variabel Verstärkung nach wechselnden Zeitabständen

Quotenplan fixiert Verstärkung nach jeder n.ten Reaktion

(Reaktionsgebunden) variabel Verstärkung nach durchschtl. jeder n.ten Reaktion

Der Quotenplan führt gegenüber dem Intervallplan zu einer höheren Verhaltenshäufigkeit. Ein variabler Plan gewährleistet ein gleichmäßiges Verhalten, während ein fixierter Plan eher zu einer schwankenden Verhaltenshäufigkeit führt.

Der Aufbau eines Verstärkungsplans ist nicht auf die Anwendung eines Verstärkungsschemas beschränkt. So wird bei einem optimalen Verstärkungsplan eine kontinuierliche Verstärkung zum Verhaltensaufbau mit einer abnehmenden intermittierenden variablen Verstärkung zur Stabilisier-ung des Verhaltens kombiniert.

3.3 Verstärkungsmenge

Nach CRESPI ( 1942 ) steht die Verhaltenshäufigkeit eines konditionierten Verhaltens in einem direkten monotonen Zusammenhang mit der Verstärkungsmenge.

3.4 Latentes Lernen : Kompetenz und Performanz

TOLMAN und HONZIG zeigen in einem 1930 durchgeführten Experiment, daß ein Lernprozeß zwar stattfinden kann ( Erwerb von Kompetenz ), das erlernte Verhalten sich mangels einer entsprechenden Verstärkung jedoch nicht konkret äußern muß ( das beobachtbare Verhalten ist die Performanz ). Dieser Zusammenhang wird als latentes Lernen bezeichnet.

3.5 Zeitintervall zwischen Verhalten und Verstärkung

Grundsätzlich läßt sich feststellen, daß schneller und löschungsresistenter gelernt wird, je geringer das Zeitintervall zwischen Ausführung und Verstärkung des Verhaltens ist. So ist es zum Beispiel bei der Erziehung von Tieren von eminenter Bedeutung, das erwünschte Verhalten sofort zu belohnen oder unerwünschtes Verhalten sofort zu bestrafen, damit das Tier einen direkten Zusammenhang zwischen Verhalten und Verstärkung herstellen kann.

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|Inhaltsverzeichnis|

1 Schema der operanten Konditionierung | 2 Verstärkung | 3 Positive Verstärkung | 4 Verhaltensdifferenzierung, Aufbau von Verhaltensketten | 5 Bestrafung, Löschung und Ablösung von Verhalten | 6 Die operante Konditionierung in der Literatur | 7 Untersuchungsschema | 8 Literaturbeispiele

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